Farm to Table, Matcha Rina Edition

Farm to Table, Matcha Rina Edition

Eine Einladung, die unter die Haut geht

Manche E-Mails gehen direkt unter die Haut. Eine Einladung nach Japan – von der japanischen Regierung höchstpersönlich. Als Dank für eine besondere Zusammenarbeit, als Vertiefung unserer einzigartigen Geschäftsbeziehung.

Wie alles begann: Matcha, München und ein unerwarteter Hype

Vor zwei Jahren reisten wir zum ersten Mal nach Japan und ließen uns dort vom Matcha verzaubern. Mit einer Leidenschaft für Genuss, der Freude an außergewöhnlichen Produkten und einer tiefen Liebe zum Detail brachten wir diese Faszination mit nach München und eröffneten die Matcha Rina. Seitdem hat die Branche einen unvorhersehbaren internationalen Hype erlebt, der alle Beteiligten an ihre Grenzen bringt.

Es gibt Tage, an denen wir aufgrund von Überfüllung schließen müssen, und Tage, an denen Gäste aus aller Welt bei uns am Odeonsplatz Matcha Latte bestellen.

Mit großer Überzeugung und Hingabe behandeln wir Matcha – trotz der enormen Nachfrage – stets mit der Würde, die er verdient, und rühren jede Schale traditionell mit dem Bambusbesen frisch an. Wir respektieren die jahrhundertealte Kultur hinter diesem grünen Gold und sind dankbar für die Chance, mit einem der feinsten Matchas dieser Welt arbeiten zu dürfen.

Dort, wo Matcha wirklich entsteht

Während andere in Tokio Selfies vor Automaten machen, stehen wir knietief in Teefeldern – leicht „tea-drunk“ vom Verkosten (ja, das ist ein echter Zustand) und mit grün gefärbten Gedanken. Wir sind hier, um genau das zu tun, was wir bei Matcha Rina am besten können: den besten Matcha der Welt zu finden.

Nicht irgendeinen grünen Staub mit hübschem Etikett. Sondern den echten Stoff. Mit Geschichte. Mit Herkunft. Mit Charakter. Und mit Bauern, die wir beim Namen kennen.

Nun stehen wir auf einer Teeplantage, umgeben von einer fast unwirklichen Ruhe, einer Familie, die seit Generationen Matcha anbaut, und diesem leisen mulmigen Gefühl im Bauch, gleich noch nach mehr Matcha fragen zu wollen.

Die herausragenden Qualitäten werden zunehmend seltener, schließlich konkurriert man mit dem Weltmarkt um nur wenige Tonnen. Man muss kaum erwähnen, dass sich die Teebauern ihre Abnehmer aussuchen können – und selbst wenn man weiterhin importieren darf, belaufen sich die Lieferzeiten auf Monate.

Es erfüllt uns mit großem Stolz, Teil dieser Reise sein zu dürfen, und wir werden alles daransetzen, diese Magie mit euch zu teilen.

Matcha ist wie Wein – nur grüner

Meine Leidenschaft für große Weine kommt mir auf dieser Reise sehr zugute, denn immer wieder entdecke ich im Matcha-Anbau Parallelen zum Weinbau: Kein Jahrgang gleicht dem nächsten, alles ist extrem wetter- und klimaabhängig, und die Suche nach Perfektion – die es in der Natur eigentlich nicht gibt – ist allgegenwärtig.

Kein Matcha besitzt jedes Jahr exakt dieselbe Farbe oder dieselben Aromen. Für Kundinnen und Kunden oft schwer zu akzeptieren, für den Markt nicht leicht zu erklären.

Es gibt Single-Origin-Matcha, der ausschließlich auf einer Parzelle wächst, manchmal sogar nur aus einer einzigen Sorte – dann können die Aromen besonders außergewöhnlich ausgeprägt sein.

Damit Matcha Rina jedoch stets eine verlässliche Qualität bieten kann, setzen wir auf eine fein abgestimmte Mischung verschiedener Kultivare – daher die Bezeichnung Premium Blend auf all unseren Dosen.

Vom Teeblatt bis zur Tasse: Realität hinter dem Matcha-Hype

Unsere Farmer bauen seit Generationen grünen Tee an. Sencha und Matcha stammen aus derselben Pflanze – Camellia sinensis – unterscheiden sich jedoch grundlegend in der Verarbeitung. Sencha wird gedämpft und gerollt, bis die typischen feinen Nadeln entstehen. Matcha hingegen wird getrocknet, zu Tencha verarbeitet – dem unfertigen Vorprodukt – und anschließend in Steinmühlen zu feinem Pulver gemahlen.

Viele Teebauern haben derzeit Angst. Angst vor der plötzlichen Nachfrage. Angst, nicht liefern zu können. Angst vor Betrug auf dem Markt. Denn Social Media hat Matcha über Nacht zu Gold gemacht. Einige Händler zahlen heute bereits das Vierfache dessen, was sie vor sechs Monaten bezahlt haben. Zwischen Bambuswäldern und Palmen erfährt diese Oase der Ruhe plötzlich einen ungewohnten Stress.

Ein kleiner Reality-Check: Zehn Tonnen frisch gepflückte Blätter werden zu etwa drei Tonnen Tencha – und erst danach zu Matcha gemahlen. Professionelle Steinmühlen kosten ab 200.000 Euro aufwärts. Eine kleine Mühle produziert winzige Mengen. Eine große Mühle ebenfalls – nur etwas weniger winzig. Weltmarkt? Eher ein Welt-Tröpfchenmarkt.

Einige Bauern steigen derzeit von Sencha auf Matcha um – gleiche Pflanze, andere Verarbeitung. Doch in den angebauten Kultivaren steckt oft die Arbeit mehrerer Generationen, und nicht selten sind sich Familien intern uneinig, ob dieser Schritt der richtige ist.

Eine kleine Wahrheit aus Japan: „Ceremonial Grade“ ist kein geschützter Begriff. Unser Teebauer sah uns an, als hätten wir nach einem Einhorn im Bambuswald gefragt. Der Ausdruck ist eine westliche Erfindung. Jeder kann ihn auf seine Verpackung drucken – auch auf Matcha, der schmeckt wie frisch gemähter Fußballplatz.

Hier spricht man stattdessen von Ernten, Sorten, Terroir und Verarbeitung. Die Qualität hängt stark vom Zeitpunkt der Ernte ab: Die ersten, feinen Blätter im Frühling sind besonders aromatisch. Deshalb importieren wir bei Matcha Rina ausschließlich Matcha aus der ersten Ernte. Sie ist oft besonders grün – ja. Aber Matcha nur nach seiner Farbe zu beurteilen, ist wie Wein allein nach seinem Farbton auszuwählen. 

Der Matcha, den wir euch einschenken

Insgesamt sind sieben Personen aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt zu dieser Geschäftsreise eingeladen – alle nach vielen Flugstunden in Japan angekommen, um die Kultur aus erster Hand zu erleben. In der Vorbereitung haben wir uns intensiv mit den Do’s und Don’ts der japanischen Geschäftswelt beschäftigt und uns bemüht, der Kultur vor Ort mit größtem Respekt zu begegnen. Wir wurden eingeladen feinstes Sushi zu probieren, Karaoke zu singen und Kontakte zu knüpfen.

Beim ersten Termin war die Aufregung groß: die Visitenkarte mit beiden Händen überreichen, die Verbeugung, die formelle Vorstellung des eigenen Unternehmens.

Der Teebauer, der unseren Matcha für Matcha Rina anbaut, ist ein Pionier im Bio-Matcha-Anbau und eine absolute Koryphäe der Branche. Aufgrund der dynamischen Marktsituation müssen wir den genauen Standort sowie den Namen dieser Familie vorerst für uns behalten.

Doch eines können wir euch versichern: Dieser Matcha ist der Real Deal. Er erfüllt all unsere Kriterien – intensive Aromen, ein fluffiger, feinporiger Schaum, ein leuchtendes Grün, ein sanfter, fruchtiger Abgang, reich an Antioxidantien und dieses unverwechselbare Matcha-Umami-Gefühl, das nur die ganz großen Matchas dieser Welt in die Tasse bringen. 

Und genau dieser Matcha findet seinen Weg – über Ozeane, Mühlen und viele geduldige Hände – direkt zu uns nach München, in die Matcha Rina. In jede Tasse, die wir euch einschenken, fließt nicht nur fein gemahlenes Teeblatt, sondern auch die Arbeit ganzer Generationen, unzählige Entscheidungen für Qualität und der Respekt vor einer jahrhundertealten Tradition. Wenn ihr also bei uns am Tresen steht, den ersten Schluck nehmt und dieses leise „Wow“ im Kopf entsteht, dann schmeckt ihr nicht nur Matcha – ihr schmeckt Japan, seine Teefelder, seine Menschen und unsere Reise dorthin. Und genau das ist es, was wir mit Matcha Rina teilen möchten: nicht einfach ein Getränk, sondern eine Geschichte in Grün.

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